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Besuch der Caritaswerkstätte St. Georg

 

Der Gegenbesuch der Klasse 8 AES-Gruppe bei den Werkstätten war mehr als nur ein Treffen – er war ein Tag voller Begegnungen, Freude und neuer Erfahrungen. Schülerinnen und Schüler der Realschule besuchten die Werkstätten Hochschwarzwald des Caritasverband Freiburg-Stadt e. V., eine Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigungen.

 

Schon bei der Ankunft war die Wiedersehensfreude groß. Einige der Besucherinnen und Besucher kannten sich bereits: Eine Gruppe aus der Werkstatt war zuvor zweimal in der Schulküche zu Gast gewesen. Dort wurde gemeinsam gekocht, gelacht und Neues ausprobiert. Umso herzlicher fiel nun das Wiedersehen aus – mit strahlenden Gesichtern und sogar Umarmungen zwischen Schülerinnen, Betreuerinnen und den Menschen aus der Werkstatt.

 

Die Werkstätten bieten verschiedene Bereiche. Im Förder- und Betreuungsbereich erhalten Menschen mit Beeinträchtigungen eine Tagesstruktur und soziale Orientierung. Im Arbeitsbereich werden hingegen konkrete Aufträge von Firmen aus der Region bearbeitet. So werden beispielsweise kleine Bauteile vorbereitet, die später in der Autoindustrie verwendet werden. Für die Mitarbeitenden ist ihre Arbeit wichtig: Sie möchten sorgfältig arbeiten, etwas leisten und Teil der Gesellschaft sein. „Ein sauberes Arbeitsumfeld ist mir wichtig“, erzählte ein Mitarbeiter. Andere betonten, wie gut es sich anfühlt, gebraucht zu werden.

 

Ein zentrales Anliegen der Einrichtung ist die sogenannte Sozialraumorientierung, berichtet Frau S. Kaltenmayer. Das bedeutet: Menschen mit Beeinträchtigungen sollen nicht nur in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, sondern auch neue Orte erleben und Kontakte knüpfen. Ziel ist mehr Teilhabe – im Alltag und, wenn möglich, auch im Arbeitsleben.

 

Die gemeinsamen Kochtage an der Schule sind dafür ein gutes Beispiel. Besonders in Erinnerung blieb eine Suppe mit Croutons aus Brotresten. Patrick war so begeistert, dass er das Rezept in seiner Wohngemeinschaft nachgekocht hat – mit großem Zuspruch seiner Mitbewohner.

 

Beim Gegenbesuch konnten dann alle selbst aktiv werden: In kleinen Gruppen wurde gemeinsam gearbeitet und ausprobiert. Eine Gruppe backte frische Waffeln, während eine andere kreativ wurde und Schlüsselanhänger gestaltete. Nachdem sich alle praktisch erprobt hatten, kam ein weiterer schöner Moment: Die Schülerinnen und Schüler hatten Kuchen mitgebracht, der anschließend in gemütlicher Runde gemeinsam gegessen wurde. Dabei blieb viel Zeit für Gespräche und Austausch.

 

Zum Abschluss erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Führung durch die verschiedenen Produktionsstätten. Dort konnten sie direkt vor Ort sehen, wie einzelne Teile sorgfältig zusammengebaut und für die Weiterverarbeitung vorbereitet werden. Diese Einblicke machten deutlich, wie wichtig und verantwortungsvoll die Arbeit in der Werkstatt ist.

 

Auch die Schülerinnen und Schüler nahmen viel aus dem Projekt mit. „Die Menschen sind sehr nett, offen und freundlich“, sagte Josephine. Beim Kochen in unserer Schule hätten alle gezeigt, dass sie gerne helfen und zusammenarbeiten, erzählte Lisann.

 

Betreuer Hannes Heilbock lobte vor allem den Umgang der Jugendlichen mit den Werkstatt-Beschäftigten: „Die Schülerinnen und Schüler waren offen und herzlich. Das war schön zu sehen.“ Für ihn ist es wichtig, dass junge Menschen früh Berührungspunkte mit Menschen mit Beeinträchtigungen haben.

 

Der Tipp aller Betreuer vor Ort an die Jugendlichen: ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Dort könne man praktische Erfahrungen sammeln, verschiedene Berufe kennenlernen und sich orientieren. Auch Hannes selbst fand auf diesem Weg seinen Beruf. Wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen begann er mit einem FSJ – und blieb.

 

Der Besuch zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll Begegnungen auf Augenhöhe sind. Beide Seiten konnten voneinander lernen, Vorurteile abbauen und gemeinsam schöne Momente erleben.

 

Und das war sicher nicht das letzte Treffen: Weitere gemeinsame Aktionen sind bereits geplant – zum Beispiel eine Waldputz-Aktion oder ein Wiedersehen in der Schulküche.